Lovable.dev im ehrlichen Praxisbericht: Prerendering-Probleme, Cloudflare-Fallen, Lovable Cloud, Plan Mode. Was 2026 wirklich funktioniert und was nicht.

KI-gestützte Webentwicklung: Meine Erfahrungen mit Lovable.dev

Ein ehrlicher Erfahrungsbericht, mit den Teilen, die mich Nerven gekostet haben

KI-gestützte Webentwicklung: Meine Erfahrungen mit Lovable.dev

Der Moment, in dem WordPress warten musste

Das Konzept lag fertig vor. ChatGPT hatte mir geholfen, eine Struktur zu entwickeln. Angedacht war WordPress mit GeneratePress, bewährt, solide, ohne Überraschungen. Dann stieß ich durch das Handelsblatt KI-Briefing auf Lovable.dev, und aus Neugier gab ich das Konzept einfach dort ein.

Das erste Ergebnis hat mich getroffen. Nicht weil es fertig war, sondern weil es sich innerhalb von Minuten nach meiner Website anfühlte und nicht nach einem Template, das man besetzt. Ich habe WordPress beiseitegelegt.

Jörg Hörmann in jungen Jahren am C64 Computer

Frühe Programmiererfahrung am C64. Ein Detail, das später relevant wurde.

Was ich mitbringe: einen C64 mit 14, C++ im Biologiestudium, HTML autodidaktisch. Kein Entwickler, aber auch kein kompletter Anfänger. Das ist relevant für alles, was folgt, denn die Erfahrung mit Lovable.dev hängt stark davon ab, was man bereits mitbringt.

Was Lovable.dev eigentlich ist und was es nicht ist

Lovable.dev ist ein KI-gestützter Builder, der React, Tailwind CSS und TypeScript im Hintergrund einsetzt. Man kommuniziert in natürlicher Sprache, beschreibt, was entstehen soll, und das System schreibt dafür Code. Das unterscheidet es von klassischen Baukastensystemen wie WordPress oder Squarespace: Der Code ist offen, gehört einem selbst, lässt sich exportieren und bei Bedarf direkt bearbeiten.

Seit Oktober 2025 gibt es Lovable Cloud, eine vollintegrierte Backend-Infrastruktur auf Basis von Supabase. Wer einfach bauen möchte, braucht damit kein externes Datenbanksetup mehr. Das war zum Zeitpunkt meines Einstiegs noch anders, und ich habe den manuellen Weg gewählt.

Für reine Landing Pages und kleinere Websites funktioniert Lovable auch ohne GitHub-Kenntnisse und ohne tieferes technisches Verständnis. Man beschreibt, man sieht das Ergebnis, man verfeinert. Das ist tatsächlich so.

Was es nicht ist: eine Garantie auf designerische Qualität. Dazu später mehr.

Warum ich mir freiwillig Komplexität eingebaut habe

An dieser Stelle ist eine Klarstellung angebracht, weil der Rest des Artikels sonst falsch eingeordnet werden könnte.

Das technische Setup meiner Website, also Supabase mit Row Level Security, Cloudflare als Schutzschild mit eigenen Regeln, lokal gehostete Schriftarten, eigenes Spam-Schutzsystem ohne reCAPTCHA, ist keine Anforderung an eine normale Website. Es ist eine Entscheidung, die ich aus eigenen Überzeugungen heraus getroffen habe, hauptsächlich wegen Datenschutz und Unabhängigkeit von Drittanbietern.

Ein normaler Nutzer, der eine professionelle Website für sein Unternehmen aufbauen möchte, braucht das nicht. Lovable.dev bietet heute mit Lovable Cloud eine vollständig integrierte Lösung, die ohne diese Komplexität auskommt. Wer kein GitHub anfassen möchte, muss das nicht. Wer keine Cloudflare-Regeln schreiben will, muss das nicht.

Ich habe es trotzdem getan. Das hat mich an einigen Stellen erheblich mehr Zeit gekostet, als nötig gewesen wäre, und an einer Stelle ist es zu einem richtigen Albtraum geworden.

Das Prerendering-Kapitel, oder: wie drei KIs gemeinsam auf eine Lösung kommen

Prerendering ist der Prozess, bei dem eine Website ihren Inhalt bereits fertig ausliefert, bevor der Browser des Besuchers JavaScript ausführt. Das ist wichtig für SEO, für Ladezeiten und für die Lesbarkeit durch KI-Systeme. Lovable hatte Vorschläge dafür, die aber über Wochen nicht gegriffen haben.

Was mich lange Zeit nicht weitergebracht hat: Ich habe versucht, das Problem innerhalb von Lovable zu lösen, mit immer neuen Prompts und immer ähnlichen Ergebnissen. Irgendwann habe ich parallel mit Gemini und anderen spezialisierten Systemen gearbeitet, eine middleware.js gebaut und verfeinert, iteriert bis die Rückmeldung lautete: besser geht es auf diesem Weg nicht.

Und dann sagte eine der KIs: es muss an etwas anderem liegen.

Die Lösung lag nicht im Code, sondern in einer Konfigurationsoption von Cloudflare. Ich nutze die kostenlose Variante, was für meinen Bedarf auch vollkommen ausreichend ist: keine Analytics, kein Tracking, keine aufwändigen Worker-Routinen, sondern eine schlanke Auslieferung mit Cache und Schutzschicht. Genau diese Free-Variante hat aber an einer entscheidenden Stelle eine Funktion, die für sauberes Prerendering nötig gewesen wäre, schlicht nicht aktiviert. Mein Code in der index.html war richtig, meine middleware.js war sauber, der Schalter saß auf einer Bezahlseite tief im Cloudflare-Adminbereich.

Wer Cloudflare länger nutzt, hätte an dieser Stelle vermutlich gelächelt. Für jemanden, der das Dashboard nur punktuell anfasst, ist es ein Labyrinth aus Tabs, Plänen und halb dokumentierten Optionen. Es war kein Lovable-Problem und kein KI-Problem, sondern ein typisches Cloudflare-Erlebnis: Die Plattform ist mächtig, aber sie macht es einem nicht leicht, die richtige Frage überhaupt zu stellen. Solange man die falsche Stelle vermutet, optimiert man immer wieder die falsche Schraube.

Aus einem Konfigurationsdetail bei einem externen Dienst wurde so mein Problem, weil ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe. Erst als die KIs gemeinsam darauf hingewiesen haben, dass die Ursache außerhalb der Codebasis liegen muss, war der Weg frei.

Ich erzähle das nicht, um Lovable.dev zu kritisieren. Ich erzähle es, weil es der realistischere Teil des Erfahrungsberichts ist.

Was sich seit März 2025 verändert hat

Mein ursprünglicher Artikel stammt aus dem Frühjahr 2025. Seitdem hat sich an der Plattform erheblich mehr verändert als in einem normalen Jahreszyklus.

Lovable 2.0, veröffentlicht Mitte 2025, hat den KI-Agenten grundlegend neu gebaut. Weg von einzelnen Edits, hin zu einem System, das komplexe Änderungen über mehrere Dateien hinweg plant und ausführt. Fehler, die früher häufig auftraten, treten seltener auf. Das spürt man im Alltag. Mit Plan Mode, eingeführt Anfang 2026, sieht man vor der Ausführung, was das System zu tun beabsichtigt. Eine kleine, aber spürbare Verbesserung für alle, die verstehen wollen, was im Hintergrund passiert.

Lovable hat im Dezember 2025 eine Finanzierungsrunde über 330 Millionen Dollar abgeschlossen, bewertet mit 6,6 Milliarden, mit Nvidia und Salesforce unter den Investoren. Das ist keine Startup-Anekdote mehr, das ist Infrastruktur.

Die Möglichkeiten haben sich deutlich erweitert. KI-Integration, externe Dienste, komplexere Backend-Logiken: Dinge, die vor einem Jahr noch umständliche Workarounds erforderten, sind heute direkt ansprechbar. Meine Subdomain resonanz.joerg-hoermann.de habe ich vollständig in Lovable gebaut, mit einem anderen, saubereren Ansatz als die Hauptdomain. Das wäre im Frühjahr 2025 schwieriger gewesen. Dass dort noch Feinheiten reifen müssen, ist Teil des Prozesses, ein junges Projekt eben.

Was ich am Ende immer noch nicht gelöst habe

Mit dem Frontend bin ich nicht vollständig zufrieden. Das sage ich offen, weil es ehrlich ist und weil es eine wichtige Einordnung für alle ist, die ähnlich an die Sache herangehen.

Ich bin kein Grafikdesigner. Das merkt man. Lovable.dev gibt einem die Werkzeuge, und wer ein gutes Designgefühl mitbringt, oder Figma-Vorlagen, die er als Grundlage einspeisen kann, wird erheblich bessere visuelle Ergebnisse bekommen als ich. Ein Grafikdesigner wird mit Lovable hervorragende Resultate erzielen. Jemand wie ich bekommt eine funktionale, saubere Website, die aber den letzten designerischen Schliff vermissen lässt, den ein echter Designer in Stunden einbringen würde.

Das ist keine Schwäche des Tools. Es ist eine Eigenschaft von Werkzeugen generell: Sie multiplizieren, was man mitbringt. Technisches Verständnis hilft beim Debuggen und bei der Infrastruktur. Designgefühl hilft bei der Optik. Ich habe das eine in ausreichendem Maß, das andere weniger.

Ein zweiter offener Punkt: Die Hauptdomain kann ich nur Stück für Stück umbauen. Eigentlich müsste ich sie neu aufsetzen, aber das gewachsene Schema sauber zu übertragen ist alles andere als trivial. Auch das ist eine Wahrheit über solche Projekte, die selten ausgesprochen wird.

Wer das weiß, bevor er anfängt, kann damit umgehen.

Lovable.dev hat diese Website gebaut. Ich empfehle es ohne kommerzielle Bindung, kein Referral-Code, keine Provision.

Häufige Fragen zur KI-gestützten Webentwicklung

Diese FAQ-Sektion beantwortet die wichtigsten Fragen zur KI-gestützten Webentwicklung und deren Auswirkungen. Sollten Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch.

Nicht zwingend. Lovable Cloud übernimmt heute das Backend automatisch, ohne dass man eine Zeile konfigurieren müsste. Wer das System aber für komplexere Anforderungen nutzen will, etwa eigene Middleware, spezifische Sicherheitskonfigurationen oder Cloudflare-Integration, profitiert davon, wenn er Fehlermeldungen einordnen und Probleme benennen kann. Der Unterschied liegt nicht im Schreiben von Code, sondern im Stellen der richtigen Fragen.

Nein. Für normale Websites ist das nicht nötig. Ich habe es genutzt, weil ich bestimmte Anpassungen vornehmen wollte, die außerhalb von Lovable liegen. Das ist eine persönliche Entscheidung, keine Anforderung.

Es gibt einen kostenlosen Einstieg mit begrenzten täglichen Credits. Der Pro-Plan liegt bei 25 Dollar im Monat. Wer viel iteriert, merkt schnell, dass Credits bei komplexeren Projekten zügig verbraucht werden. Aktuelle Preise direkt bei Lovable.dev prüfen, da sich Tarife schnell verändern.

Meine Website und meine Subdomain sind Beispiele dafür, dass es möglich ist. Mit dem richtigen Setup entsteht keine Demo, sondern eine produktive Infrastruktur. Aber der Aufwand dafür ist real, und die designerische Qualität hängt stark davon ab, was man selbst mitbringt oder einspeist.

Erheblich. Lovable 2.0, Lovable Cloud, Plan Mode, eine massive Finanzierungsrunde: das ist in einem Jahr passiert. Was im Frühjahr 2025 noch Workarounds erforderte, ist heute oft direkt lösbar. Die Plattform hat sich von einem beeindruckenden Werkzeug zu einer ernstzunehmenden Infrastruktur entwickelt.
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